Grüne befürchten Erdgas-Bohrungen im Kreis Kleve

Stehen auch im Kreis Kleve bald Bohrtürme für Erdgas? Das geplante Verfahren weckt Besorgnis bei den Grünen. Giftige Chemikalien und radiaktive Stoffe könnten ins Grundwasser kommen.


Grafik: WAZ vom 03.11.2010 nach Quellen des NRW-Wirtschaftsministeriums
KREIS KLEVE Die Energiewirtschaft ist elektrisiert. Es winkt ein 800-Milliarden-Euro-Geschäft. Bis zu 2200 Kubikkilometer des „unkon-ventio­nellen Erdgases" könnten in NRW aus dem Boden gepumpt werden, möglicherweise auch im Kreis Kleve. Das hat die Grünen auf den Plan gerufen, die Umweltbelastungen befürchten.

Die Anfrage

Die bündnisgrüne Kreistagsfrak­tion hat deshalb gestern eine Anfra­ge an den Landrat gestellt. Die Frak­tionssprecherin Ute Sickelmann will wissen, ob Energieunterneh­men bereits im Kreis nach Erdgas suchen. Früher konnten nur große und kompakte Felder angezapft werden.
Heute sind Konzerne in der Lage „unkonventionelles Gas" zu för­dern, das locker verteilt in Gestei­nen liegt. Die Menge von bis zu 2200 Kubikkilometern reicht nach Ex­pertenmeinung dafür aus, dass Deutschland 24 Jahre auf Gas-Im­porte verzichten könnte. Der Land­rat soll die Frage beantworten, ob
sich ein Unternehmen die Lizenzen für Aufsuchungsbohrungen im Kreis Kleve gesichert hat.
Die Grünen wollen ferner Aus­kunft darüber, ob Anträge dafür beim Landrat oder bei der zustän­digen NRW-Bergbaubehörde ein­gereicht worden sind. Sie fragen auch nach dem Konzern.

Sorge wegen Umweltbelastung

Aus den USA kämen Aussagen über erhebliche Umweltbelastun­gen durch das Pumpen des „unkon­ventionellen Erdgases", erklärt die Fraktion. Beim Fördern des so ge­nannten „Schiefergases" gebe es Verschmutzungen des Grundwas­sers. In US-Medien sei über radio­aktive Stoffe berichtet worden, die beim Pumpen an die Oberfläche gelangt seien, erklärt Ute Sickel­mann.
Der Konzern ExxonMobil habe bei Probebohrungen in Nieder­sachsen Chemikalien eingesetzt, sagt die Fraktionssprecherin. Diese Stoffe seien als Gefahr für Gewässer eingestuft worden. Der zuständige Gemeinderat von Damme oder die Bevölkerung seien nicht darüber informiert worden.
Ludger Distelkamp, RP 16.12.2010

Grafik: Der Spiegel online, 11-2010

Materialien

  • Eine Übersicht über die Planungen in NRW finden Sie in dem WAZ-Artikel vom 03.11.2010 – klicken sie hier.
  • Ein Hintergrundpapier von Oliver Krischer von der grünen Bundestagsfraktion finden Sie hier.    
  • Die Dokumentation einer Fachtagung der grünen Bundestagsfraktion mit zahreichen weiteren Hinweisen finden Sie hier.

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