Grüne Aktion: Atomstrom in die Tonne

Die Günen protestieren auf dem Marktplatz in Kleve gegen die ungelösten Probleme der Atomtechnologie. Norbert Panek und Manfred Keller mit Angela Merkel-Maske und brüchigem Atommodell.



Atomstrom gehört in die Tonne. Diese Meinung vertreten die Mitglieder von Bündnis 90/ Die Grünen bei einer Anti-Atom-Kampagne, die auch in Kleve und Goch Halt machte. „Wir wollen unseren Protest gegen die Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken deutlich machen“, sagte Hermann Brendieck vom Kreisverbands-Vorstand der Grünen.

Der Zuspruch hielt sich am Dienstagmorgen auf dem Marktplatz an der Lindenallee in Kleve allerdings noch in Grenzen. Feucht-kaltes Wetter, die Herbstferien und die frühe Uhrzeit sorgten für wenig Fußgänger-Verkehr. „Aber uns ist wichtig, dass wir überhaupt gesehen werden und dass man unser Anliegen wahrnimmt“, erklärte Harald Schwalbe, Referent für Ökologie beim Landesverband NRW. Gemeinsam mit Norbert Panek trommelte er an der Kreuzung lautstark auf zwei orange-gelben Atomfässern.

Gerade in den Wahlbezirken der CDU und FDP machen Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen im Rahmen der Anti-Atom-Kampagne auf ihr Anliegen aufmerksam. Auf dem Marktplatz in Kleve und in Goch protestierten sie gestern gegen die geplante Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken. Manfred Keller vom Ortsverbandsvorstand in Kleve hatte sich eine Angela-Merkel-Maske übergezogen und sprach Passanten an. Er verteilte zudem Flyer, mit denen auch auf weitere geplante Prostestaktionen der Grünen aufmerksam gemacht werden soll. Keller verglich die Atom-Diskussion mit dem Streit um Stuttgart 21: „In Stuttgart ist es beschlossene Sache. Aber bei der Atomkraft wird ein bestehendes Gesetz mit einem Federstrich geändert, wie es den Atomkonzernen gerade passt.“

Drei Dinge kritisierte Schwalbe besonders. „Die ungeklärte Endlager-Frage ist eine Katastrophe“, sagte er. Hinzu kämen die Risiken beim Betrieb der Atomkraftwerke sowie die Blockade der erneuerbaren Energien. Davon konnte Brendieck ein Liedchen singen. „Die Stadtwerke beispielsweise haben mächtig in erneuerbare Energien investiert und sich so auf den Atomausstieg vorbereitet“, sagte der Beisitzer im Kreisverband Kleve. Die Bevölkerung sehe das Thema durchaus kritisch, meinte Schwalbe: „Viele sagen, dass die Verlängerung der Laufzeit eine blöde Idee ist.“ Oft käme es auch zu Gesprächen mit Passanten. Dass in Kleve die Aktion gegenüber dem CDU-Gebäude stattfand war gewollt. „Wir haben zwar keine Hoffnung, dass Herr Pofalla seine Stimme zurückzieht“, sagte Schwalbe. Man wolle aber die Abgeordneten erreichen, die mit ihrer Meinung noch schwanken, so Brendieck.

Michael Bühs – Niederrhein Nachrichten vom 13.10.2010

Foto: Weg mit der Atomkraft: Harald schwalbe, Hermann Brendieck, Manfred Keller als Angela Merkel un Manfred Panek (v.l.) von Bündnis 90/Die Grünen.
Hier finden Sie den Artikel aus den Niederrhein Nachrichten vom 13.10.2010 als pdf-Datei.
Hier finden Sie das Konzept der Grünen "Energie 2050" zum Herunterladen
(55 Seiten im pdf-Format, 390 KB).
Hier finden Sie eine Analyse des Öko-Instituts zur Verlängerung der Laufzeiten für AKWs (70 KB).

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