Grüne Jugend diskutiert über Atomausstieg

Der Atomausstieg ist machbar: Das war das Ergebnis einer Podiumsdiskussion im Gocher Kastell mit dem energiepolitischen Sprecher der grünen Bundestagsfraktion und Vertretern von RWE und Stadtwerken. Erfreulich: Die Stadtwerke Goch wollenl bis 2010 den Anteil an erneuerbaren Energien auf 50 Prozent steigern.


Die Grüne Jugend Goch diskutierte im Gocher Kastell gemeinsam mit 40 Besuchern über das jüngst von der Bundesregierung entworfene Energiekonzept und insbesondere über die Verlängerung der Atomkraftwerkslaufzeiten. Oliver Krischer, Mitglied der grünen Bundestagsfraktion und deren Sprecher für Energie- und Ressourceneffizienz, formulierte mitunter massive Kritik am Vorgehen der großen Energieversorgungsunternehmen und an der Bundesregierung.
Als Einstieg in die Diskussion wurde der Film „Uranium – Is it a Country?“ von der unabhängigen Initiative „Strahlendes Klima“ gezeigt. Der Film, den man sich auch online anschauen kann, behandelt eine in der Öffentlichkeit wenig beachtete Facette der Atomkraft – den Uranabbau in Australien. Im Fokus stehen dabei erhebliche Umweltschäden und die aus dem Uranabbau resultierende Wasserverschmutzung. Oliver Krischer betonte im Anschluss, dass das Uran im Niger unter noch viel schlimmeren Arbeitsbedingungen zu Tage befördert werde.

Will auch RWE Ausstieg?

Jörg Kerlen vom Stromerzeuger RWE konnte einer Mehrheit im Publikum nicht klar machen, warum der rot-grüne Atomkonsens nicht mehr funktioniere und deshalb eine Laufzeitverlängerung vonnöten sei. Auf der anderen Seite stellte er klar, dass – obwohl Atomkraft CO2-frei sei – sie allein das Klima nicht rette und es langfristig einen Ausstieg geben müsse. Ziel seien unbestreitbar die erneuerbaren Energien.

Goch: 2020 die Häfte des Stroms aus alternativer Energie

Frank Bollig, technischer und kaufmännischer Leiter der Stadtwerke Goch betonte, dass die Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke die lokalen Investitionen der Stadt Goch ausbremse. Man habe ehrgeizige und klimaverträgliche Ziele, deren Einhaltung nun mit der Laufzeitverlängerung erschwert werde. Bereits jetzt betrage der Anteil der erneuerbaren Energien im Stadtgebiet bei 26 Prozent. Im Jahr 2010 wollen die Stadtwerke 50 Prozent ihres Stromes aus erneuerbaren energien erzeugen. Gute Kooperationen gäbe es auch mit der industrie, z.B. beim Bau eines gemeinsamen Biomasseheikraftwerkes mit der Firma Engel.

Auf dem Foto: Jörg Kerlen (RWE), Oliver Krischer (Grüne), Frank Bollig (Stadtwerke Goch) und Moderator Simon Winter (v.l.n.r.)
Hier finden Sie den Bericht der NRZ vom 22.09.2010.

Materialien zum Thema

Hier finden sie den Antrag von Olver Krischer und der grünen Bundestagsfraktion zur zuküntigen Energiepolitik.
Hier finden sie das Konzept der Grünen "Energiepolitik bis 2050".

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