Grüne gegen Pläne für Mastbetriebe

Die Grünen im Kreistag protestieren gegen zwei riesige neue Hühnermastfarmen im Kreis Kleve.Sie befürchten u.a. Tierqälerei und schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen der Anwohner.


Die Kreistagsfraktion der Grünen appelliert an Landrat Wolfgang Spreen, den Ausbau zweier geplanter Hähnchenmastbetriebe in Kevelaer und Weeze zu stoppen. „In Kevelaer sollen mehrere Hallen für die Tiermast entstehen, mit dem Ziel die Mastplätze für bis zu 124 000 Tiere aufzustocken, das bedeutet eine Verdreifachung des derzeitigen Tierbestandes", kritisieren die Grünen in einem Schreiben an Spreen, „In Weeze sollen 81 000 „Plätze" entstehen."
Möglichkeiten ausschöpfen
In den öffentlichen Bekanntmachungen des Kreises Kleve sind die Anträge der beiden Investoren nachzulesen. Die Grünen erwarten nun von Spreen, dass dieser „alle rechtmäßigen Möglichkeiten" ausschöpft, um die Planungen zu verhindern. „Von diesen Formen der industrialisierten Tiermast gehen erhebliche Gefährdungen für die dort wohnenden Menschen und für die Umwelt aus", argumentiert Grünen-Fraktionschefin Ute Sickelmann. „Der Kreis Kleve darf nicht Standort für derart tierquälerische Praktiken sein." Den Zeitpunkt der Offenlage – in den Sommerferien – findet sie „befremdlich". Bürger könnten ihre Rechte nicht wahrnehmen, wenn sie im Urlaub seien. „Sollte durch die Wahl des Zeitraumes der Auslegung dieser Effekt erreicht werden?", fragt Sickelmann.
Tierquälerei
Die Grünen kritisieren nicht nur die Massentierhaltung, sondern auch deren mögliche Auswirkungen auf die Bürger. Dazu zählen sie „Geruchsbelästigungen, Ansteigen der Ammoniakkonzentrationen und die Möglichkeit der Übertragung von Krankheitserregern durch Fliegen". Die Grünen beantragen, das Thema Massentierhaltung und die planerische Steuerung in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses zu beraten.
Rhenische Post Gelderland 21.07.10  Foto oben: RP Archiv – Keystone

Stolzer Hahn in einem Bauerngarten in Keeken:
Er mag keine KZ-Hühner. (Foto: T. Velten)

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