Fahrradtour mit politischem Hintergrund

Grüne aus Kleve und Wesel fuhren mit dem grünen Europaabgeordneten Sven Giegold mehrer Konfliktorte ab. Hauptthemen waren der Güterverkehr und der Kiesabbau.


Am 1. Mai haben waren Grüne aus Kleve und Wesel mit ATTAC-Begründer Sven Giegild am rechten Niederrhein mit dem Fahrrad unterwegs.

Start war in Hamminkeln-Mehrhoog. Schon bei der Anreise war Sven Giegold mit 2 Problempunkten der Region konfrontiert. Für den 1.5.2010 hatte die Deutsche Bahn den Personennahverkehr auf der Schiene für die Strecke Oberhausen-Emmerich abgesagt. Hintergrund waren Baumaßnahmen zur Blockverdichtung, die dazu dienen soll, den immer weiter anwachsenden Güterverkehr aufnehmen zu können. Nach wie vor wird befürchtet, dass der Nahverkehr dauerhaft leidet, wenn es auf der Strecke eng wird. Ferner werden diese Baumaßnahmen ausgeführt, obwohl abgesprochen ist, dass vor der Blockverdichtung zunächst der Lärmschutz in Angriff genommen wird.

Sven Giegold betrachtet den Bau der Betuwe vor dem europäischen Hintergrund. Europäische Bahntransversale von Rotterdam bis Genua ist sicher ein sinnvolles Projekt, wenn Güter von der Straße auf die Scheine gebracht werden. Ein volkswirtschaftlicher Nutzen ist aber nicht allein betriebswirtschaftlich zu bestimmen, sondern in den volkswirtschaftlichen Gesamtnutzen ist ebenfalls der Schutz von Anwohnern an der Strecke vor Lärm und gefahren einzubeziehen. Er wies ferner darauf hin, dass es europäische Standards für Lärmschutz gäbe, die sich auf den Streckenausbau und das Wagenmaterial beziehen. Er lud die anwesenden Grünen zu einem Besuch nach Brüssel ein, um dort auch mit den grünen Verkehrsfachleuten im Europaparlament Kontakt zu der Problemstellung aufzunehmen. Es deutet sich an, dass der auf der Betwuelinie stattfindende Verkehr nicht europäischen Richtlinien entspricht.

Kiesabbau am Niederrhein

Von Hamminkeln-Mehrhoog aus ging es nach Rees und weiter nach Emmerich. Auf diesem Weg konnte an vielen Stellen gezeigt werden, welche Konflikte der Kiesabbau heraufbeschwört: Betroffen sind landwirtschaftliche Flächen in großem Ausmaß, Grundwasservorkommen, FFH-Gebiete, Jahrhunderte alte Wasserläufe, natur belassene Zonen – eine Heimat, die sich radikal durch den Kiesabbau ändert. Als Folgenutzung werden Freizeitprojekte als wirtschaftlich sinnvoll erachtet – egal ab Luftnummer, Hirngespinst oder realisierbar, mit sanften Tourismus haben solche Planungen nichts zu tun.

Zur Kommentierung schreibt Giegold in Facebook: Krasse Kies-Abbaggerung & Privatisierung der Gewinne. Typisch: NRW-CDU/FDP trotzdem gegen Kiesabgabe.

Von Christian Winterberg

Eine Bildergalerie zur Radtour zwischen Rees und Emmerich finden sie hier.

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